Sind Gewinne aus Glücksspielen in Deutschland steuerpflichtig?

Dezember 18, 2018 by  
Erschienen unter Aktuelles aus der Finanzwelt

Wer sehnt sich nicht danach, einmal im Leben einen gut gefüllten Jackpot zu knacken und für immer ausgesorgt zu haben. Ein finanzieller Segen, der alle Schulden im Nu begleichen und sämtliche Träume erfüllen könnte. Gerade im Onlinebereich lassen unzählige Spielvariationen und die Aussicht auf attraktive Preise den Adrenalinspiegel passionierter Glücksjäger in die Höhe steigen. Verlockende Gewinne scheinen zum Greifen nah und oft nur einen Mausklick entfernt. Wer zudem die Tipps von ausgewiesenen Experten für das Glücksspiel online und vor Ort, beherzigt, kann dem Glück sogar auf die Sprünge helfen und die eigenen Chancen enorm verbessern.

Die Wahrscheinlichkeit steigt, satte Ausschüttungen einzustreichen. Doch was passiert, wenn das große Los tatsächlich gezogen wird und der Kontostand eine erfreuliche Bilanz aufweist? Die Hoffnung ist bei allen Spielern zwar ähnlich groß, doch kaum jemand scheint auf den Gewinnfall wirklich vorbereitet zu sein. Spätestens, wenn die Summe überwiesen ist, meldet sich das deutsche Pflichtbewusstsein und die Sorge vor dem Fiskus überschattet die Feierlaune. Erst jetzt sehen sich viele Spieler mit einer großen Ungewissheit konfrontiert und fragen sich: Darf ich die komplette Summe überhaupt behalten? Muss der Gewinn nicht versteuert werden? Die deutsche Gesetzeslage ist hier zwar eindeutig, dennoch sollten einige Besonderheiten beachtet werden. Laut § 4 Nr. 9b des Umsatzsteuergesetzes sind alle in Deutschland und der EU erzielten Glücksspiel-Gewinne steuerfrei und müssen daher auch nicht in der Steuererklärung bzw. beim Finanzamt angegeben werden. Hierzu zählen Lotterien, Casinos, Spielbanken oder Buchmacher genauso wie Online-Casinos, sofern sie eine EU-Glücksspiellizenz besitzen.

Für Glücksspielanbieter außerhalb der EU gelten die jeweiligen landesspezifischen Regelungen, über die man sich am besten im Vorfeld informiert. Dabei spielt es für den deutschen Gesetzgeber keine Rolle, wie hoch der Gewinn letztlich ausfällt bzw. um welche Art des Glücksspiels es sich handelt, sofern es um einen Preis geht, der ausschließlich auf einer Zufallsentscheidung und nicht auf einem speziellen Talent beruht, wie das zum Beispiel bei Sportwettkämpfen der Fall ist. Wird das Glücksspiel allerdings als Haupterwerbsquelle bzw. professionell betrieben, kann unter Umständen Einkommenssteuer anfallen.

Auch die auf Gewinne anfallenden Zinsen müssen versteuert werden. Wenn der gewonnene Betrag in einem Fond oder auf einem Sparkonto angelegt wird, so ist er im ersten Jahr noch von der Steuer befreit. Im zweiten Jahr jedoch fällt auf die Zinserträge eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % an. Damit dem Finanzamt bei eventuellen Rückfragen ein Nachweis über die Gewinnausschüttung vorgelegt werden kann, ist es zudem ratsam, sich vom jeweiligen Glücksspielanbieter eine entsprechende Quittung ausstellen zu lassen. So lassen sich nicht nur unnötige Nachforschungen vermeiden, sondern die Freude über den Glücksspielgewinn kann mit reinem Gewissen und völlig unbeschwert gefeiert werden. Wer die steuerlichen Bestimmungen beachtet, kann also unbesorgt weiter am Roulette-Rad drehen und die eigene Glückssträhne in vollen Zügen auskosten – ganz ohne Abzüge.

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