Sind Minikredite eine Alternative bei wichtigen Anschaffungen?

November 3, 2017 by  
Erschienen unter Wissenswertes zu Finanzen

Eine noch eher unbekannte Form der Geldbeschaffung sind sogenannte Minikredite. Sie unterscheiden sich maßgeblich von einem traditionellen Ratenkredit. Minikredite belaufen sich in der Regel nur bis zu einem Höchstbetrag von 3.000 Euro und haben eine Laufzeit zwischen 30 und 180 Tagen. Dann muss der kurzfristige Kredit vollständig zurückgeführt sein. Minikredite eigenen sich  daher gut für kurzfristige Anschaffungen oder für einen plötzlichen, finanziellen Engpass. Bei den Konditionen gibt es jedoch große Unterschiede. Daher sollte man sich im Vorfeld ausführlich über die Angebote der einzelnen Kreditinstitute informieren.

Wo gibt es Minikredite?

Im deutschsprachigen Raum werden Minikredite meist von sogenannten Kreditvermittlern angeboten. Nur wenige traditionelle Banken bieten ein vergleichbares Produkt an. Bei vielen Kreditinstituten wird daher eher ein klassischer Dispokredit angeboten, da an einer sehr kurzfristigen Ausleihe von kleinen Geldbeträgen meist kein Interesse besteht. Für eine Bank steht einem geringen Ertrag ein großer Aufwand gegenüber.

Für wen ist ein Minikredit überhaupt interessant?

MinikreditWer kurzfristig eine Liquiditätsbeschaffung tätigen muss und beispielsweise bei seiner Hauptbank keinen Dispokredit oder Rahmenkredit erhält, kann bei einem finanziellen Engpass schnell in eine missliche Lage geraten. Ein Minikredit ist zudem auch für Kunden interessant, die bereits über ein schlechtes Schufa-Scoring verfügen. Dann sind Minikredite bis 3000€ eine echte Alternative.

Grundsätzlich bietet ein Minikredit durchaus einige Vorteile. So ist die Beantragung innerhalb kürzester Zeit möglich. In Einzelfällen kann eine Auszahlung innerhalb eines Tages erfolgen. Zudem hat die Antragstellung keinen Einfluss auf das aktuelle Schufa-Scoring.

In jedem Fall muss der Kreditnehmer zwingend über ein festes Einkommen verfügen, da besonders ein Minikredit kurzfristig zu einem fest definierten Zeitpunkt zurückgezahlt werden muss. Wird dieser Termin überzogen, verteuert sich die Inanspruchnahme des Minikredits durch sehr hohe Mahngebühren enorm.

Lohnt sich ein Minikredit?

Bei den meisten Angeboten liegen die vereinbarten Zinsen für einen Minikredit deutlich höher als bei einem traditionellen Dispokredit. Günstiger wird es nur, wenn Sie bereits Ihr Dispo ausgeschöpft haben und hohe Gebühren für eine mögliche Überziehung drohen. Doch in diesem Fall sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie durch ein Minikredit ihre angespannte finanzielle Lage nicht noch verschärfen. Möglicherweise ist dann die kurzfristige Erhöhung Ihrer Dispo-Linie der bessere Weg.

Grundsätzlich sollten Sie sich sehr genau überlegen, ob die Inanspruchnahme eines Minikredits tatsächlich zwingend erforderlich ist. Zudem sollten Sie unbedingt im Vorfeld kalkulieren, welche Form der kurzfristigen Kapitalbeschaffungen die günstigere Alternative darstellt.

Grenzen eines Minikredits

Zunächst sind Minikredite auf maximal 3.000 Euro begrenzt. Zudem ist die Laufzeit meist nur auf wenige Tage beschränkt. Viele Anbieter von Minikrediten arbeiten häufig mit einer Laufzeit von 30 bis 60 Tagen. Dann muss der gesamte Betrag bereits zurückgeführt werden. Bei einigen Kreditnehmern ist auch eine vollständige Tilgung erst nach 180 Tagen notwendig. In diesem Fall ist eine Rückzahlung allerdings in mehreren Raten notwendig.

Im direkten Vergleich zu einem langfristigen Kredit ist ein Minikredit teuer. Sind in der aktuellen Niedrigzinsphase bei einem normalen Ratenkredit meist Zinssätze von 2 bis 3 Prozent üblich, pendeln sich die Zinsen bei einem Minikredit eher zwischen 9 und 14 Prozent ein. Hier sind die Konditionen vergleichbar mit einem Dispokredit.

Allerdings kann auch nicht jede Person ein Minikredit in Anspruch nehmen. Wer über kein festes Einkommen verfügt, noch offene Forderungen aus einem anderen Kredit besitzt, sich in einer Privatinsolvenz befindet oder aktuell Lohnpfändungen hat, muss leider auch auf ein Minikredit verzichten. Gleiches gibt auch bei einer erfolgten Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung.

Viele Kreditgeber verlangen zudem eine feste Anstellung mit einem Einkommen von mindestens 600 bis 700 Euro im Monat. Zudem muss ein Girokonto bei einer deutschen Bank vorhanden sein. Auch der Wohnsitz muss in Deutschland liegen, zudem muss der Kreditnehmer volljährig sein. Auch eine momentane Arbeitslosigkeit ist ein Ausschlusskriterium. Hingegen können Kreditnehmer, die sich in der Ausbildung oder im Studium befinden, durchaus diese spezielle Kreditform in Anspruch nehmen. Schwieriger wird es hingegen bei Selbstständigen und Freiberuflern. Hier ist eine schnelle Prüfung des Einkommens meist nicht möglich.

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